Der Damm stösst auf Widerstand


Der Damm, welcher das Wasser des Glasbachs bei einem Hochwasser zurückhalten soll, stösst bei den Bewohnern in der Thalmatt auf Kritik. Für das Vorhaben werden gut 400 m2 Wald gerodet, das Strässchen, das dem Wald entlang führt, fast zwei Meter höher gelegt.

 

 Kürzlich orientierten die Gemeinden Kirchlindach und Wohlen im Reberhaus Uettligen über das Glasbach Hochwasserschutz Projekt.  Geplant ist, den kleinen Bach genannt  Glasbach nach dem Wald bei der Aspimatt  offen zu legen und durchs die Thalmatt zu führen.  Umstritten ist vor allem der geplante Damm, der eingangs Wald realisiert werden soll. Zu diesem Zweck wird das kleine Strässchen auf 1.2 Meter erhöht.

Ziel des Dammes ist, das Wasser zurückzu halten und damit die Hochwassergefahr zu dezimieren. Wie Andreas Widmer vom Ingenieurbüro Basler und Hofmann erklärte, wird nach Starkregen ein kleiner See entstehen und weniger Wasser abgeleitet.

Für den Bau des Dammes müssen über 400 m2 Wald gerodet werden. An der Uettligenstrasse werde der Bach entlang der Strasse geführt, sagte Weber, dort wird auch eine Betonmauer erstellt, um eine Überflutung der Kantonsstrasse zu verhindern. An der Mettlenwaldstrasse wird der Glasbach offen durchs Quartier geführt, neben der neuen Siedlung und dem Tenniscenter Thalmatt. Ob die Bäume erhalten bleiben sei noch ungewiss, erklärte Weber, aber  jedenfalls würden neue gepflanzt, falls eine Rodung nötig werde.

 

Einigung mit Grundeigentümern

 

Anita Herrmann, Vizepräsidentin von Wohlen, erklärte, man habe mit den Grundeigentümern Margrit und Stefan Gfeller eine Einigung erzielt, wichtig für die Realisierung sei schliesslich ein positiver Entscheid an der Gemeindeversammlung im Dezember 2016, ebenso in Kirchlindach. Herrmann wies auch darauf hin, dass bei der öffentlichen Mitwirkung 5 Einsprachen eingegangen seien, die alle geprüft und nach Möglichkeit ins Projekt integriert worden seien.  Christoph Grosjean-Sommer, Gemeinderat von Kirchlindach, erklärte am Schluss, das Projekt bringe ein Stück Lebensqualität und mehr Natur ins Quartier.

Die Betroffenen sahen das allerdings anders. In der Diskussionsrunde stand das Projekt  stark unter Beschuss. Rolf Schoch, vom Aspiwaldweg: "Wir sind betroffen und haben keine Freude daran", Er kritisierte vor allem die Waldrodung, die einen starken Eingriff in die Landschaft bedeute. Schoch hatte seinerzeit bei der öffentlichen Mitwirkung  einen Hochwasserentlastungskanal im Wald vorgeschlagen, erfolglos wie es sich zeigt. Für viele Anwohner ist es unverständlich, ein solch immenses Hochwasserprojekt zu realisieren, um auf ein 100jähriges Hochwasserereignis vorbereitet zu sein. Zumal bekannt ist, dass der Rechen bei der Aspimatt  seinen Dienst tut und hier ein kleineres Auffangbecken genügen würde.

Noch hat das Projekt Glasbach  einige Hürden zu nehmen. Nach der öffentlichen Auflage mit Einsprachemöglichkeiten kommt es in die Gemeindeversammlungen beider Gemeinden. Am Schluss muss das Tiefbauamt des Kantons dieses Wasserbauprojekt noch genehmigen.

 Wenn alles nach Plan läuft und  die Abstimmungen positiv verlaufen, wird mit der Realisierung des Projekts im Jahr 2017 begonnen. Die Bauzeit beträgt rund 1o Monate.                                                                                                                     Urs J. Huber

 


Der Hecke einen Schnitt verpassen

Das Wetter ist perfekt für einen Einsatz in der Natur. Beim Natur- und Vogelschutz Wohlen (NVW)  ist an diesem tollen Frühlingstag Heckenpflege angesagt.

Standort der Hecke ist unweit von Oberdettigen. "Hier wurde schon lange nichts mehr unternommen", sagt Thomas Leu, Leiter der Aktion. Wann sie genau angepflanzt wurde, weiss niemand so recht, aber sie muss schon alt sein, denn die Bäume, unter ihnen eine schöne Eiche, sind riesig geworden.  Höchste Zeit also, der Hecke einen Schnitt zu verpassen.

Vor 15 Jahre habe er hier neue Sträucher gepflanzt,  sagt Leu, die dominanten Haselsträucher seien damals reduziert worden.  Zu finden sind in dieser Baumhecke zahlreiche Gehölze wie Hasel, Esche, Weiss- und Schwarzdorn, Hartriegel, Weide Pfaffenhütchen  u.a.

 Hecken bilden in der Landschaft ein wichtiges Element. Sie sind nicht nur schön, sondern auch nützlich für die verschiedenen Tiere, denen sie Nahrung bieten und einen Ort, wo sie sich verstecken, und wichtig, Vögel nisten können. So können in der Gemeinde Wohlen die Rotrückenwürger und die Dorngrasmücke  ausschliesslich mit Hecken gefördert werden.  "Wenn man durch eine Hecke sieht", erklärt Fachmann Leu, "ist sie überaltert und braucht dringend Pflege". Eine regelmässige Pflege verjünge die Hecke und fördere dadurch verschiedene Pflanzen- und Tierarten und trage zur Biodiversität bei. Thomas Leu, 37, ist in Oberdettigen aufgewachsen, studierte Biologie an der Uni Bern und arbeitet heute im Amt für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern. Seit 1999 ist er im Vorstand des NVW und dort zuständig für das Ressort Landschaftspflege und Heckenschutz.

Der harte Kern

An diesem Samstag Ende März trifft sich quasi der harte Kern. Neben Thomas Leu sind Willy Joss und Bruno Lauper mit von der Partie,  altgediente Vereinsmitglieder, die alle im Vorstand tätig sind.  "In der Regel kommen zwischen 6 und 10 Leute an unsere Veranstaltungen", sagt  Vizepräsident Joss,  aber bei diesem Wetter hätten offenbar viele ein anderes Programm gehabt.  Erst wird an der Strasse von Oberdettigen nach dem Buecholz ein Baum  (Bergahorn) gepflanzt. Anschliessend geht’s zur Hecke. Mit Sägen und Astzangen machen sich die Männer bald an die Arbeit. Alle drei sind Profis, langjährige Vereinsmitglieder und wissen, wie Hecken gepflegt werden müssen. Mit dabei ist auch Andreas Leu, der mit seiner Motorsäge die gröbsten Äste schneidet.

Die Bilanz nach gut 2 1/2  Stunden Einsatz ist positiv. Die Sträucher sind geschnitten, die Hecke durch  die abgeschnittenen Äste, die aufgeschichtet werden,  wieder dichter, so dass sie den Tieren wieder mehr  Schutz und Unterschlupf bietet.

Der NVW offeriert am Schluss beim Hof der Familie Leu ein Zvieri. Die Heckenpflege ist für dieses Jahr vorbei, im nächsten Jahr lädt  der Verein wieder ein,  einen Beitrag zur Vielfalt in der Natur zu leisten.

40 Jahre NVW

Der Natur- und Vogelschutz Wohlen ( NVW) wurde  im Februar 1973 gegründet. Gründungspräsident war Martin Ruchti, der fand,  die Gemeinde tue zu wenig für den Natur- und Umweltschutz. Zum 40 jährigen Jubiläum  Im Jahr 2013  ist kürzlich eine interessante Broschüre herausgekommen, welche die Geschichte nachzeichnet  und die  vielseitigen Aktivitäten auflistet. Heute ist der Verein in der Gemeinde Wohlen nicht mehr wegzudenken.

 

Zu seinen  wichtigsten Aufgaben gehören

 -  Verbesserung der Lebensräume für Vögel, Amphibien, Reptilien und Kleinsäuger

  - Landschaftspflege durch Erhaltung, Neuanpflanzung und Pflege von Hecken und Feldbäumen

  -  Schaffung und Unterhalt von Feuchtgebieten, Trockenstandorten sowie naturnahen        Waldrändern

-   Zusammenarbeit mit Behörden, Organisationen und der Bevölkerung

-    Mitarbeit am globalen Netzwerk der Natur- und Vogelschutz-Vereine (BirdLife)

 -    Öffentlichkeitsarbeit im Gebiet Natur-Landschaft-Umwelt

 Der NVW zählt heute rund 190 Mitglieder. Das Programm ist vielseitig und reicht von Exkursionen, über praktische Einsätzen in der Natur  bis zu geselligen Anlässen. Eine ideale Möglichkeit, Vereinsmitglieder kennen zu lernen, bietet der monatliche Treff im "alten Schützenhaus" in Hinterkappelen ( jeweils  14 Uhr am letzten Mittwoch im Monat).

Weitere Informationen unter www.nvw.birdlife.ch

Text/Bilder: Urs J. Huber, Herrenschwanden