Der Sanierungsbedarf ist riesig

Die Halensiedlung in Herrenschwanden, die übrigens unter Denkmalschutz steht, hat eine bewegte Zeit vor sich. Es wird umgebaut, saniert, verbessert, aber natürlich auch gewohnt in dieser aussergewöhnlichen Architektursiedlung, die Geschichte geschrieben hat. In der nächsten Zeit fallen Kosten von gut 1/2 Mio Franken an, die aus dem Reparaturfonds bestritten werden.

 

Die Verwaltung kümmert sich um die Aufgaben innerhalb der Halensiedlung. Einmal im Jahr trifft sich die Eigentümergesellschaft, um das Budget und die Rechnung zu genehmigen, und um Sachgeschäfte zu verabschieden. Geleitet wird die Generalversammlung von Robert Stähli, der seit einem gut einem Jahr wieder als Präsident amtet. Ein Neuling  ist Stähli nicht, wohnt er doch schon seit den 70er Jahren in der Siedlung.  Während vier Jahren allerdings von 85-89 lebte er auswärts als Frankreich Korrespondent für Radio SRF in Paris. Dann zog es den Radio-Journalisten, der als Leiter der Echo- und später der Auslandredaktion arbeitete, wieder in die Halen mit seiner Familie.

 

Stähli ist eine bekannte Persönlichkeit in der Siedlung, alle kennen ihn, er grüsst da und dort, weiss praktisch alles über die Geschichte, denn  schon früher war er während sechs Jahren als Präsident aktiv. "Heute bin ich pensioniert und habe mehr Zeit", sagt der bald 69 jährige ehemalige Radiomann, dem die Aufgabe offensichtlich Spass macht.

 

Die Generalversammlung genehmigte an ihrer letzten Sitzung ein sattes Sanierungsprogramm. So werden Sickerleitungen für rund 380' 000 Franken erstellt, um das viele Hangwasser zu sammeln und in die Aare zu führen, zudem wird der Sportplatz, der manchmal einem Sumpf gleicht und aus dem 60 Jahren stammt, saniert: Kostenpunkt 150000 Franken.

 

In Gang ist bereits die Sanierung der Dächer.  3 1/2  Häuserreihen haben  inzwischen neue Dächer  bekommen, 2  Reihen stehen noch aus. "Wir hoffen auch hier eine einvernehmliche Lösung zu finden," sagt Stähli, der ein Thema anschneidet, das früher für ziemlichen Zündstoff sorgte. Ursprünglich wollte man alle Dächer zusammen sanieren, dieses Projekt  scheiterte, weil nicht alle Eigentümer mitmachen wollten und die Kosten aus dem Ruder liefen: 70 000 Franken pro Partei war zuviel für viele Hausbesitzer.

 

 Ölheizung muss ersetzt werden

 

In Zukunft kommt auf die Siedlung ein grosser Sanierungsbedarf zu. Bis 2020 muss die alte Oelheizung ersetzt werden. Ursprünglich habe man sich dem Fernwärmeprojekt der Wärmeverbund Marzili AG anschliessen wollen, sagt der Präsident, das aus mangelndem Interesse anderer Siedlungen nicht zustande gekommen sei. Heute stehe eine Pellet Heizung im Vordergrund. Sein Vorgänger Luz Schmid habe alle Varianten geprüft und neben der Fernwärme die Pellets-Lösung  als die zweckmässigste eruiert. Verschiedene Probleme müssen noch gelöst werden, wie etwa die Anlieferung der Pellets.  Man werde zusammen mit der Denkmalpflege eine Lösung suchen, erklärte Stähli, denn diese rede bei neuen Projekten, Umbauten usw. mit.  "Aber inzwischen können wir damit leben und haben einen Modus vivendi gefunden".

 

Im übrigen gestaltet sich das Leben in der Halensiedlung ausserordentlich gut. Wenn auch ziemlich teuer, den Hausbesitzern wird einiges geboten, einQuartierladen, wo sie einkaufen können, eine tolle Lage im Wald, Häuser mit zum Teil Aussichten in die Berge, ein Schwimmbad, das von den HalenbewohnerInnen ausgiebig benutzt wird.

 

Wer einmal in der Halen gewohnt hat, und vorüber weg geht, wird immer wieder in diese Siedlung zurückkehren, die viel Lebensqualität bietet. Ein Treffpunkt ist u.a.  auch die Waschküche, wo die BewohnerInnen ihre Wäsche günstig waschen (Fr. 3.-) und trocknen können. Die meisten nutzen dieses Angebot, weil sie im Haus keine eigene Waschmaschine haben.  Die Einrichtung ist speziell und trägt auch viel zum Kontakt untereinander bei. Vieles spielt sich aber auf dem Dorfplatz ab, wo sich die Mütter mit ihren Kindern treffen, Feste stattfinden wie einmal im Jahr das Halenfest oder der Flohmarkt.  Neben dem Laden befindet sich das „Beizli“  mit Küche, das für Feste, Kindergeburtstage usw. gemietet werden kann. Alle paar Wochen organisiert Sabina Eichenberger, die den Laden managt, das Halenessen und kocht für die Siedlung ein Nachtessen.  "Ein grosses organisiertes Aktivitätenprogramm haben wir nicht", sagt Stähli, aber ein grosser Teil laufe in der Siedlung spontan ab, und so werde der Kontakt gefördert.                                                                                                                                     Urs J. Huber