Seine grosse Leidenschaft gehört der Skulptur aus Holz.

Er kommt sommerlich daher, mit Shirt und kurzer Hose, die Treppe von seinem Atelier

herunter, grüsst freundlich, ein Lächeln im Gesicht. Ich bin Max Roth hier arbeite und

wohne ich, sagt der Mann, sportlich, aufgestellt, bald 62, nicht müde ein Künstler zu

sein.

 

In der Kunstszene ist Max Roth ein arrivierter Künstler, der in seinem langen Künstlerleben - er ist seit 1980 als freischaffender Künstler tätig- schon Hunderte von Ausstellungen hinter  sich hat. Ein gemachter Mann denkt man, weit gefehlt. Er lebe von der Hand in der Mund,  sagt Roth, ein Leben als Künstler ohne festes Einkommen, sei nicht stressfrei. Und mit Familie sei es noch schwieriger, aber da sei noch seine Frau, die als Werklehrerin arbeitet und sie habe geholfen, über die Runden zu kommen.

Roth ist ein passionierter und leidenschaftlicher Gestalter von Holzskulpturen, die aus einem Guss sind, monolithisch nennt er das. Bis vor zwei Jahren hat er im Freien vor seinem Atelier, die grossen Baumstämme zersägt und ausgehöhlt, mit seiner grossen Motorsäge, mit seinen Werkzeugen, das Holz bearbeitet. Früher habe es, als er hierher nach Uettligen kam, niemanden gestört, wenn er mit seiner Kunst Lärm machte, denn ringsum wohnte niemand. Heute sei das anders. Wegen Reklamationen seiner Nachbarn verlegt er 2014 seine Tätigkeit  in den Wald. Unterhalb des Weilers Weissenstein in einem Waldstück auf Uettliger Boden hat Roth sein Dreibein aufgeschlagen und bearbeitet hier seine tonnenschweren Baumstämme. Er  ist glücklich, denn hier stört er niemanden und kann soviel Lärm machen, wie er will.

 

 Nach Uettligen

 

1998 kommt Roth nach Uettligen. Er bewirbt sich mit andern "Künstlern,  die im Atelierverein Kunstkanal organisiert sind, für den Umbau des alten Primarschulhauses ( aus dem 19.Jahrhundert) und bekommt den Zuschlag. Vorher hat er in der Lorraine als Künstler gearbeitet. Es sei eher ein unruhiges Leben gewesen, erinnert er sich, denn immer wieder hätten die Ateliers Neubauten weichen müssen. Heute wohnt Roth mit seiner Familie und der schwarzen Katze im obersten Stock des ehemaligen Schulhauses. Eine steile Stiege führt zu seinem Reich, wo früher Schülerinnnen und Schüler unterrichtet wurden.

 Unweit daneben liegt sein Atelier, wo er seiner Kreativität freien Lauf lässt. Da stehen seine filigranen Kunstwerke, Holz-skulpturen, die er aus grossen Baumstämmen (Kirsche, Eiche oder Esche) herausgearbeitet hat. "Zuerst arbeite ich immer mit einer grossen Motorsäge, dann immer mit kleineren. "sagt der Künstler. Am Schluss breche er die Kanten und schleife

 die "Spriessen" weg, aber wichtig sei, dass die Spuren der Kettensäge noch als Struktur erhalten blieben.  Arbeiten mit Holz ist seine Haupttätigkeit. Ein weiteres Feld sind Fotos, die er hinter Glas stellt. Es gehe ihm hier um die Stimmung und das Skulpturale, sagt Roth, und nicht um die Erkennbarkeit. So hat er  in den letzten Jahren für das Inselspital grossformatige Gletscherbilder realisiert.

Max Roth hat eine lange Ausstellungstätigkeit hinter sich. Die erste Ausstellung datiert aus dem Jahr 1980 in der Berner Galerie in Bern. In den letzten 30 Jahren hat Roth im In- und Ausland ausgestellt, zurzeit in der Klinik Südhang, wo er Arbeiten zum Thema Häuser" und "Gefässe" zeigt. Seine Werke stehen auch im öffentlichen Raum und Kunst am Bau. So realisierte Roth unter vielen andern 1987 die "Arche" vor der Turnhalle des Gymnasiums Biel, oder 1988, die Skulptur "Mondlöwe", vor dem Seminar Muristalden. 2005/2006 schuf er auf dem Dorfplatz vor der Residenz Hausmatte in Hinterkappelen eine Skulptur aus Lindenholz, die allerdings von der Gemeine Wohlen entsorgt wurde, weil das Kunstwerk von Pilzen befallen war.

2009 kreierte er vom dem Reberhaus Uettligen den „Sterngucker, der heute noch zu sehen ist.

Verschiedene Auszeichnungen runden sein Künstlerleben ab. Roth erhielt drei Werkbeiträge der Stadt Bern ( 1982, 1985 und 1999). 1983 bekam er den Louise-Aeschlimann Preis und 1986 den Förderpreis der Stadt Burgdorf.                       Urs J. Huber

 

 Infos über Max Roth unter www.max-roth.ch, mit Lebenslauf und Auswahl seiner Werke.

 Wer Interesse an seinen Arbeiten hat, Ideen und Beratung sucht, kann den Künstler kontaktieren:

 

Max Roth

Lindenstr. 11

3043 Uettligen

Tel. 031 828 40 23

E-Mail: skulptur@max-roth.ch