Jedes Jahr ein Krimi

Er ist ein Vielschreiber, der Thomas Bornhauser, von seinem Freunden auch Bo genannt. Nach  <Fehlschuss> erscheint  im Oktober seine 2. Kriminal-geschichte; Titel <Die Schneefrau>, sie spielt in Gstaad, Salzkammergut und Bern und handelt von Raubkunst. Am 2. November hält Bornhauser in der Bibliothek in Hinterkappelen seine zweite  Lesung ab.

 

Er ist ein  offener Mensch, gesellig, markantes Gesicht mit starker, dunkler Stimme, volles Haar, mehrsprachig, weil im Ausland aufgewachsen, aber er spricht ein tipp toppes Berndeutsch, seit 1988 in Wohlen bei Bern wohnhaft,  erzählt gern Geschichten auch lustige, selbstbewusst, er weiss was er will, nämlich Schreiben, Schreiben nochmals Schreiben. Rastlos hat ihn mal der Berner Bär – das Berner Prominentenblatt – genannt, Bo sieht das anders, er nimmt sich viel Zeit für dies und das, Räsenmähen vor seinem Haus etwa , mit seinen amerikanischen Gästen, die auf Besuch kommen, geht er aufs  Niederhorn. Aber Schreiben sei seine Leidenschaft, sagt er, so werde er  die nächste Zeit in seiner Ferienwohnung in Wallis verbringen und vor seinem Laptop sitzen und schreiben, falls er keinen Schreibstau habe.  Wenn er nicht mehr weiterkommt in seinen Geschichten,  geht er ins Freie, geniesst die Natur, einfach rumhängen ist dann seine Devise. Auch das kann er, der auf ein glückliches Leben zurückblickt.

Geschichten schreiben ist seine Passion. Schon bei der Migros – er war dort Mediensprecher, Mister Kulturprozent, für die interne und externe Kommunikation zuständig -  hat er unzählige Kurzgeschichten geschrieben. Bornhauser war mit Herzblut dabei, wie er sagt, obwohl er ursprünglich die Stelle bei der Migros gar nicht antreten wollte. „ Ich zur Migros? Dass ich nicht lache… Nie „ lautete der Titel dieser Geschichte.

 

In New York aufgewachsen

 

In Bern geboren, dann in New York aufgewachsen, vom 2. bis zum 10. Lebensjahr, ist der 66 jährige Krimischreiber. Sein Vater war in diplomatischen Diensten, erzählt er, später kam Bordeaux, dann wieder Bern.  War er damals als kleiner Junge mit Donald Trump in der Klasse? Die Frage hat ihn einige Zeit beschäftigt und er hat recherchiert. Aber herausgekommen ist nix, obwohl er eine Mail an Trump geschickt hatte.

Mit 63 hat er sich  pensionieren lassen. Die Erkenntnis, dass eine andere Zeit angebrochen ist, kam schnell. „Du bist ab jetzt ein unbeschriebenes Blatt“, sagt Bornhauser,  "niemand fragt nach dir,  keine Einladungen mehr, null und nix, tote Hose.“  Aber endlich mehr Zeit, was Grösseres zu schreiben. Und Bo hat die Zeit genutzt.  Bereits 2015 erscheint sein erster Roman, <Fehlschuss>, und dieses Jahr  am 25. Oktober  <Die Schneefrau>. Der dritte Roman ist bereits geschrieben „Tod auf der Trauminsel“, er soll im Oktober 2017 herauskommen.

2018 wird „Adam und Eva“ erscheinen. Der vierte Roman, den er momentan schreibt, handelt von Spitzensport und Doping. Auch hier - wie in allen seinen Krimis - ermittelt Josef Ritter mit seinem Team an verschiedenen Schauplätzen, die genau recherchiert sind. Und wie steht’s um den 5. Roman, der 2019 erscheinen soll?  So viel weiss der Krimiautor bereits: Die Geschichte wird u.a. auf dem Flughafen Belp spielen.

Wer übrigens mehr über Bo wissen möchte – er ist in der Medienszene kein unbeschriebenes Blatt – geht auf die Webseite  www.bosaugenblicke.ch . Dort steht alles Wissenswerte über den Autor, der auch gern mit seiner Digtalkamera fotografiert und seine Bilder schon vielfach  ausgestellt hat. Übrigens stammen die Fotos in den Krimis von ihm, und erwähnenswert ist auch das neue Buch „Chäsereie“, das er mit Dynami Häfliger geschrieben und im Weber Verlag 2016 herausgegeben hat. www.chaesereie.ch.

                                                                                                Text/Bilder:  Urs J. Huber

Immer mit dem Roller unterwegs

Das neue Buch: Thema Nazi- Raubkunst

 In Gstaad wird die It-Lady Valeria Morosowa vermisst. Gleichzeitig wird am noblen Oberbort auf dem Grundstück eines russischen Oligarchen in einem Schneemann eine Tote gefunden. Die Ermittler der Berner Kantonspolizei um Joseph «J.R.» Ritter – bekannt aus dem ersten Kriminalroman Fehlschuss von Thomas Bornhauser – sind gefordert.

In Die Schneefrau geht es um Nazi-Raubkunst während des Zweiten Weltkriegs. Noch immer befinden sich in zahlreichen Museen und Kunstsammlungen Werke, die die Nazis den jüdischen Eigentümern geraubt haben. Auch in der Schweiz wird Raubkunst vermutet. Doch bis heute sind erst wenige Werke ausfindig gemacht worden.

Auch wenn der Autor ausdrücklich erklärt, dass die Handlung frei erfunden ist, sind Parallelen zur Gegenwart unvermeidlich: Die Schneefrau verbindet Realität mit Fiktion, akribisch recherchiert und unterhaltsam erzählt.                                                                                                Bo