Nach 24 Jahren ist Schluss

Marie-Louise Stadler, die Leiterin der Bibliothek Wohlen,  geht in Pension. Ende März 2017 wird sie den Schlüssel an Martin Häsler übergeben und Abschied von der Bibliothek nehmen.

 

Wer mit dem Lift hoch fährt, die Türe sich öffnet und den Blick in die weiträumige Bibliothek freigibt, sieht auch sie, Marie-Louise Stadler, die für jeden BesucherIn ein freundliches Wort übrig hat und schaut, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Mit viel Einsatz hat sie die Bibliothek  Wohlen  seit 1993  erfolgreich geführt. „Ich freue mich, mehr Zeit zu haben,“ sagt die bald 65-jährige, „für meine Hobbys, für die  2 Grosskinder, für Reisen in der Schweiz und Europa.“ So wäre der Besuch eines Konzertes in der Elbphilharmonie  in Hamburg mit ihrem Mann Stephan eine schöne Idee, sagt sie.  Viel Freude und Freiheit erwarte sie, aber die Pension bedeute für sie  auch einen Einschnitt, sie werde die vielen BibliotheksbesucherInnen sicher vermissen, meint die kulturinteressierte Frau, die während 24 Jahren die Bibliothek geleitet hat.

Am 1. März 1993 hat die gelernte Buchhändlerin die Leitung der Bibliothek übernommen und feierte bereits im Sommer das 5-jährige Jubiläum im Rahmen des Chappele-Festes. Der Standort war damals das alte Dorfschulhaus. „ Mit den Jahren platzten wir aus allen Nähten“, sagt Stadler und die Suche nach einem neuen begann. Am 12. März 2005 zügelte die Bibliothek in neue bedeutend grössere Räumlichkeiten ins Zentrum an die Dorfstrasse. Auf dem gleichen Stock ist auch die Ludothek Wohlensee angesiedelt.

 

Neue Projekte

 

In den über 20 Jahren hat sich in der Bibliothek einiges verändert, es wurden mehr Lesungen durchgeführt, mehr Angebote eingeführt,  wie etwa  2010 die Kampagne zur Leseförderung der Schüler, „Achtung, Fertig, Lies“. Im Oktober 2016 war der Leseläufer erneut unterwegs, um die Kinder zum Lesen zu animieren. Auf einem Talon konnten die Kinder der 1. bis 6. Klasse ihre gelesenen Bücher auflisten, die dann in eine Renndistanz umgerechnet wurden.

Im Juli 2014 öffnete die Bibliothek die digitale Welt. Im Projekt DibiBE, der digitalen, virtuellen Bibliothek, in dem verschiedene Bibliotheken aus der Region angeschlossen sind, haben Leserinnen und Leser die Möglichkeit, Bücher herunterzuladen und auf dem PC. E-Reader oder Tablet zu lesen. „Dieses Angebot werde immer beliebter“, sagt Stadler, „und jährlich verzeichnen wir höhere Ausleihzahlen, 2016 war ein Zuwachs von 33 Prozent zu verzeichnen.“

Ende März geht nun die Ära Marie-Louise Stadler zu Ende. Am Freitag, 31. März 2017 , findet  - das Abschiedsfest  statt.  Das steht auf dem Programm:

 - 15 Uhr: Manuela Hofstetter, Buchhändlerin, Buchkritikerin und Buchbloggerin, stellt neue Bücher vor.  (siehe www.lesefieber.ch )

 - 17 Uhr: Abschiedsapero für Marie-Louise Stadler. Alle sind herzlich eingeladen, mit ihr anzustossen. Der Apero wird ausgeschenkt von Gemeindepräsident Bänz Müller und Gemeinderätin Susanne Schori.                                         

                                                                                                                                                              Urs J. Huber, Herrenschwanden

 

Die Bibliothek bleibt selbständig

Marie-Louise Stadler an ihrem Arbeitsplatz
Marie-Louise Stadler an ihrem Arbeitsplatz

Das Thema wurde immer wieder thematisiert, soll die Bibliothek  selbständig bleiben oder sich den Kornhaus-bibliotheken anschliessen.  Abklärungen ergaben nun, dass ein Anschluss mit hohen Kosten für die Gemeinde verbunden wäre, so hätte man die EDV Hard- und Software anpassen und der Medienbestand mit RFID (ein automatisches Identifikationsverfahren) ausrüsten müssen. Schmerzlicher wäre es gewesen, sagt Marie-Louise Stadler, die Medien- und Lohnkosten zu reduzieren, „ die jetzigen Dienstleistungen hätte die Bibliothek nicht mehr aufrecht erhalten können.“  Stadler hat sich stark für die Selbstständigkeit eingesetzt, mit Erfolg.  Der Gemeinderat hat am 18. Oktober 2016 beschlossen, dass die Bibliothek weiterhin selbständig bleiben soll und damit auch besser auf die Bedürfnisse der Bevölkerung eingehen kann.                                                                                   ujh 

 

Das war früher...

...und heute