Sie bildet Labrador-Hunde aus

Man kennt sie in der Halensiedlung  als Frau mit Hund : Sylvie Breu  nimmt regelmässig Patenhunde der Stiftung Schweiz. Schule für Blindenführhunde auf und bildet sie aus.

 

Sylvie Breu ist passionierte Hundefreundin und nimmt seit 16 Jahren Labrador-Hunde in ihre Familie auf. Ein Artikel im  Schülermagazin Spick habe sie auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht, sagt die 60-jährige Familenfrau. Inzwischen hat sie 11 Hunde aufgezogen  Die Welpe kommen  mit 10 Wochen zu ihr und kehren nach 1 ½ Jahren ausgebildet nach Allschwil zurück,  wo die eigentliche Ausbildung zum Blindenführhund beginnt. „Mir gefällt es, den Hunden etwas beizubringen und sie zu fördern,“ sagt Breu, Dass sie wieder gehen, mache sie keineswegs traurig, „denn ich bin stolz darauf, ihnen gewisse Grundkenntnisse beigebracht zu haben.“

Von Allschwil aus, dem Sitz der Stiftung,  bekommen die Patenhundehalter eine genaue Anleitung, wie sie den Hund zu erziehen haben,  eine gute Grunderziehung und die Sozialisierung des Hundes ist ihre Hauptaufgabe. Ihnen steht auch ein Betreuer zu Seite, der regelmässig vorbeikommt und Hilfestellungen bietet.  Die Anforderungen für die Patenhundehalter sind hoch. So heisst es u.a. im Prospekt, die Aufzucht eines Welpen zum angehenden Blindenführhund sei eine sehr anspruchsvolle Aufgabe und erfordere dementsprechend eine gute körperliche und geistige Verfassung, zudem müsse man bereit sein, regelmässig an Ausbildungstagen  ( Junghundetrainings in der Schule) teilzunehmen.  Die Übernahme eines Welpen ist ehrenamtlich,  Futter- und Tierarztkosten und die Hundesteuer werden von der Schule übernommen. Uebrigens sind  Patenhunde in Gemeinde Kirchlindach von der Hundesteuer befreit, da sie als Nutzhunde gelten.

Weitere Informationen auf www.blindenhundeschule.ch

 

Labrador Hunde sind bestens geeignet für diese Aufgaben,“ sagt Patenhundehalterin Breu, sie seien robust, selbständig, arbeitsfreudig, und grundsätzlich freundlich mit einer hohen Lebenswartung.  Sie selber hat nie eine Ausbildung gemacht, sich aber in Kursen und Seminarien ein grosses Wissen angeeignet. Momentan hat sie keinen Patenhund, weil sie die nötige Zeit für die Erziehung eines Welpen nicht aufbringen kann, aber im Sommer sollte es dann wieder soweit sein. Inzwischen führt sie regelmässig einen Assistenzhund aus, der in einer Familie platziert wurde.

 

Sprachen lernen ihre Leidenschaft

 

Sylvie Breu unterrichtete als Sekundarlehrerin in Bern,  heute gibt sie in Bremgarten für die 1. – 9. Klässler Aufgabenhilfe, 2 Nachmittage pro Woche.  Sie ist geduldig und weiss die Kinder zu begeistern.  Breu hat drei Kinder, ein Sohn , 30 und zwei Töchter, 29 und 26, ihr Mann ist der allgemein Mediziner Emil Breu, 62,  mit Hauptgebiet Homöopathie und Hypnose. Er sei daran, seine Praxis langsam aufzugeben und sie  bedauert, dass er lieber Golf spielt als  sich mit ihren Hunden abzugeben,

Was sie begeistert, ist das Sprachen lernen. Zur Zeit lernt sie Japanisch, später wolle sie auf die Insel Shikoku, um auf einer Pilgerroute die 88 Tempel zu besuchen, eine Wanderung von 1200 Km. In rund 3 Monate werde ich es schaffen, sagt sie das ferne Ziel vor Augen,“ aber ich muss noch besser japanisch können“ .

Gepilgert ist Breu schon vor sechs Jahren, als sie sich von St Jean Pied de Port in den Pyrenäen  aufmachte, nach Santiago und ans Meer zu wandern, 1000 Km in 6 Wochen, im Schnitt 25-28 km pro Tag. Vorher habe sie spanisch gelernt, um sich mit den Leuten unterhalten zu können. Im Rückblick sagt sie, sei die Sehnsucht nach diesem Weg immer noch immens.

Seit  24 Jahren wohnt Familie Breu in der Halensiedlung und wegziehen wird sie wohl kaum. Seit kurzem macht Sylvie Breu  in der Siedlung Architekturführungen in deutsch, französisch und englisch.  Sie orientiert die Studenten, welche diese Siedlung besuchen, über die Entstehung, das Typische, was sie berühmt gemacht hat und was es ausmacht, dass hier ein spezielles Gemeinschaftsleben entstanden ist.

                                                                                                                                                                                Fotos: zvg / Text: Urs J. Huber